Im Visier des weißen Stockes 2-2008 (Onlineversion)

Weißer Stock e.V.
Beratungsstelle für Blinde und Sehbehinderte

In Zusammenarbeit mit dem Blinden- und Sehbehinderten Verband Sachsen e.V.

erhältlich als: Schwarzdruck - Punktschrift - Kassette - Diskette - E-Mail

Ihre Beiträge für die nächste Ausgabe sind stets herzlich willkommen! Redaktionsschluss ist der: 15. Mai 2008.


Inhaltsverzeichnis

BSVS - Nachrichten

Neues aus der Beratungsstelle


Mitgliederversammlung der KO Chemnitz

Liebe Mitglieder der Kreisorganisation Chemnitz,
die diesjährige Mitgliederversammlung wird am 28. Juni im „Platner Hof“ in der Platnerstraße statt finden. Wir bitten Sie, sich diesen Termin vorzumerken. Eine separate Einladung mit genauem Ablauf werden Sie in Kürze erhalten.

Urlaubsangebot in Vorarlberg/Österreich

Kennenlernangebot

Für das Erholungsheim des Vorarlberger Blinden- und Sehbehindertenverbandes in Schwarzach/Ingrüne (am Beginn des Bregenzerwaldes, unweit vom Bodensee - Österreich) für 52 € pro Tag (all inklusive) Vollpension, alle Getränke (außer Spirituosen), Ausflüge mit dem Kleinbus. Gültig vom 23. August bis 31. August 2008. Das Angebot gilt nur bei einer Auslastung des Heimes von mindestens 10 Personen für den angegebenen Zeitraum. Das Haus steht auch für Gäste ohne Sehbehinderung zur Nutzung bereit.

Weitere Auskünfte, eine CD oder DVD bekommen sie bei:

Frühlingssingen im Mai

Am 15. Mai findet im Bürgertreff auf dem Gelände des SFZ – Endhaltestelle 31 und 62, Flemmingstraße - wieder ein Frühlingssingen statt. Hierzu sind alle Sangesfreudigen herzlich eingeladen. Wir beginnen um 14.30 Uhr mit einem gemütlichen Kaffeetrinken, um danach bis gegen 17.00 Uhr gemeinsam zu singen. Bitte melden Sie sich bis 8. Mai in der Beratungsstelle an.

In Kürze Messe Orthopädie- und REHA-Technik in Leipzig

Wir möchten Sie an dieser Stelle auf die vom 21. bis 24. Mai in Leipzig statt findende Messe „Orthopädie und Reha-Technik“ hinweisen. Am 24. Mai findet ein für Interessenten offener Publikumstag mit vielen Angeboten und Veranstaltungen wie z. B. dem Forum „Bewegung“, einem Aktionsprogramm und dem Paralympic Day statt. Das Angebot in Leipzig ist dabei einzigartig. Rund 400 Aussteller aus 35 Ländern bieten einen Überblick der neuesten Entwicklungen. Zusätzlich bieten am Publikumstag in der Messehalle 3 rund 80 Aussteller bzw. Selbsthilfevereine Beratung, Austausch und Unterhaltung für Betroffene. In der Zeit von 10 bis 15.30 Uhr wird in Halle 3 ein umfangreiches Vortragsprogramm angeboten. Das Forum „Bewegung“ stellt verschiedenste Sportarten für Menschen mit Behinderungen vor und lädt zum Mitmachen ein. Auch der BSV Sachsen wird mit einem Stand in Halle 3 vertreten sein. Weiterhin stellt eine Sportgruppe aus Chemnitz Fußball für Blinde und Sehbehinderte vor. Die Mitglieder der sächsischen Selbsthilfevereine von Menschen mit Behinderungen erhalten wieder Gutscheine für einen kostenlosen Eintritt zum Publikumstag. Wer Interesse hat, die Messe am 24. Mai zu besuchen, kann uns das rechtzeitig mitteilen, damit wir eine entsprechende Anzahl von Gutscheinen in der Landesgeschäftsstelle abfordern können. Sicher ist es auch möglich, sich direkt nach Dresden zu wenden.

Neue Mitarbeiterin ab April

Liebe Leser,
schon wieder ist ein Jahr vergangen und vielen von Ihnen ist schon aufgefallen, dass Frau Wels aus unserem Team zum 29.02. ausgeschieden ist, da ihre Tätigkeit bei uns zeitlich befristet war. Ab 01.04. werden wir eine neue Mitarbeiterin, Frau Vonend, bei uns im Team begrüßen, die Ihnen dann im Rahmen Ihrer Begleitwünsche zur Verfügung stehen kann. Frau Vonend wird vorerst bis Ende September unser Team verstärken. Um Nachfragen und Diskussionen Ihrerseits vorzubeugen, möchte ich noch ausdrücklich erklären, dass wir die zeitliche Befristung auf nunmehr 6 Monate keinesfalls glücklich finden. Allerdings haben wir auf die sich beständig ändernden Antrags- und Vergabekriterien der Arge keinen Einfluss und können unsere Anträge zur Förderung durch eine ABM lediglich ausführlich begründen. Sie können versichert sein, dass wir uns engagiert bemühen, diese Regelung nicht als dauerhaft für unsere Arbeit hinzunehmen.

Plauderstunden Mai/Juni

Wunschgemäß besuchen wir im Mai den Botanischen Garten und nehmen dort an einer Führung teil. Treffpunkt ist für alle Teilnehmer um 13.00 Uhr am Mobizentrum CVAG an der Zentralhaltestelle. Im Juni wird die Plauderstunde wieder im Sächsischen Hof statt finden, es erwartet Sie eine Buchlesung.

Neue Regelbauweisen für Chemnitz

Grundsätzliches:

Ziel der Bemühungen des Arbeitskreises Regelbauweisen ist, die Bedingungen im öffentlichen Raum für mobilitätseingeschränkte Menschen zu verbessern. Hierzu gehört, Regelbauweisen und auch Strukturen regelmäßig an den aktuellen Stand des Fachwissens und an die Anforderungen der Betroffenen anzupassen. Die Regelbauweisen orientieren sich an den geltenden Regelwerken und Vorschriften, beziehen allerdings den aktuellen Stand des Wissens und der Diskussion in Sachen „Barrierefreie Verkehrsanlagen“ ein. Dem entsprechend werden geltende DIN-Normen berücksichtigt ohne ihnen jedoch in jedem Detail zu folgen. Wo der heutige Kenntnisstand über diese Normen hinausgeht, wird unter Beachtung der aktuellsten fachlichen Erkenntnisse eine Abwägung getroffen. Dies betrifft in hohem Maße besonders die Strukturen der Bodenindikatoren für blinde und sehbehinderte Menschen. Grundsätzliche Überlegungen hierzu waren, dass diese Strukturen vor allem nutzbar sein müssen – folglich müssen sie auffindbar und erkennbar sein und es muss mit ihnen eine eindeutige Information verknüpft werden.

Allgemeine Hinweise:

Bodenindikatoren sind taktil und visuell erkennbare Strukturen im Verkehrsraum, die sich durch eine auffällige Änderung der Oberflächenstruktur gegenüber dem sie umgebenden Belag unterscheiden. Bodenindikatoren erleichtern blinden und sehbehinderten Menschen die Orientierung und die Erkennbarkeit von Gefahrenstellen im öffentlichen Raum. In Chemnitz kommen künftig drei Oberflächenstrukturen zum Einsatz: Rillenplatten, Noppenplatten und ebene Betonplatten. Rillen- und Noppenplatten weisen eine profilierte Oberfläche auf, über die bei sachgerechter Planung und Verlegung Informationen gegeben werden können. Als dritte Struktur schaffen die Betonplatten eine besonders ebene und fugenarme Fläche, die den taktilen, optischen und (bei Nutzung eines Langstockes) akustischen Kontrast zwischen den Rillen- und Noppenstrukturen und den sie umgebenden Belägen erhöht. Kurz gesagt, umrahmen die Betonplatten grundsätzlich die Rillen- und Noppenstrukturen und verbessern somit deren sichere Auffindbarkeit, da sie sich auch farblich in anthrazit deutlich von den in weiß gehaltenen Noppen- und Rillenstrukturen unterscheiden. Die glatten, anthrazit farbigen Betonplatten werden deshalb als Begleitstreifen bezeichnet, da ihre Funktion auch immer gleich ist. Die Rillenstruktur ist allen bekannt, geändert wird der Abstand der Rillen von 1 auf 2 cm, so dass eine gröbere Struktur entsteht, die deutlich besser wahrnehmbar ist und gleichzeitig besser „ihre Leitfunktion“ für Langstockgänger erfüllt. Zusätzlich werden diese Rillenplatten künftig talbündig verlegt, so dass sie nicht wie bisher mit dem umgebenden Belag bündig abschließen, sondern die Rillenkämme praktisch erhaben sind. Neu für Chemnitz sind Noppenplatten (runde, im Durchschnitt 5 cm große und versetzt aufgebrachte Noppen), welche sich durch eine sehr gute taktile Wahrnehmbarkeit beim Überlaufen – auch besonders für Blinde mit Führhund – auszeichnen und insbesondere eine „Hinweisfunktion“ erfüllen, da sie keine Leitfunktion wie die Rille erfüllen können. Einige von Ihnen haben diese Strukturen zum Tag der offenen Tür schon mal „begangen“. Querungs- und Haltestellen: An sicheren Querungsstellen – dazu zählen insbesondere Ampeln mit Zusatzausrüstung (Tacker, Freigabesignal) und Zebrastreifen – wird ein T-förmiges System verlegt. Dieses besteht wie bisher aus einem Aufmerksamkeitsfeld in Rillenstruktur parallel zur Bordsteinkante, wobei die Richtung der Rillen die Gehrichtung bei Straßenquerung anzeigen muss. Dies ist besonders wichtig bei schrägen Querungen als Orientierungshilfe. Zusätzlich und damit neu wird über den Gehweg ein 90 cm Noppenstreifen verlegt, als sogenannter Auffindestreifen. Dieser gibt den eindeutigen Hinweis auf die Querungsmöglichkeit. Das komplette T-System wird zusätzlich durch die glatten, anthrazit farbigen Begleitstreifen eingefasst, damit entsteht allein über den Gehweg ein Streifen von 1,50 m Breite. An einfachen Bushaltestellen wie z.B. bei Linie 31, kennzeichnet ein 90 cm breiter Auffindestreifen quer über den Gehweg die Lage der Haltestelle und die Hinführung zum Einstieg. Der Auffindestreifen wird in Rillenstruktur ausgeführt, wobei die Rillen quer zur Gehrichtung des Fußgängers liegen, sie führen also zum Einstiegsfeld hin. Der Einstieg ist gekennzeichnet durch ein 90 cm mal 90 cm großes Noppenfeld, welches sich im Bereich der ersten Einstiegstür befindet. Auch hier sind die Rillen und Noppenplatten wieder durch einen Begleitstreifen eingefasst. Diese Systematiken wiederholen sich künftig stadtweit an wiederkehrenden Situationen. Bei Fragen oder zum praktischen Üben vor Ort können Sie diese Strukturen und die Systematik gern in der Beratungsstelle testen!