Führhundschulen in Deutschland


Verzeichnis über vorhandene Blindenführhundschulen der Länder Sachsen und Thüringen

Vorwort

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

in einer Zeit, in der starker Straßenverkehr und umfangreiche Baumaßnahmen das Bild unserer Städte prägen, ziehen immer mehr blinde und hochgradig sehbehinderte Menschen in Erwägung, sich der Hilfe eines Blindenführhundes zu bedienen.

Bei ca. 30 Führhundschulen bundesweit ist das Angebot groß, doch überall gibt es auch hier Qualitätsunterschiede. Um angehenden Blindenführhundhaltern die Auswahl ihrer zukünftigen Mobilitätshilfe zu erleichtern, hat der Chemnitzer Blindenverband folgendes Verzeichnis erstellt.

Es enthält uns bekannte Blindenführhundschulen aus Sachsen und Thüringen . Die dafür notwendigen Informationen haben wir zuvor von den einzelnen Blindenführhundschulen angefordert, so das sich jeder Interessierte ein genaues Bild über die für ihn in Frage kommende Schule machen kann.

Wer sich nach reiflicher Überlegung für diese besondere Art der Mobilitätshilfe entschieden hat, sollte auf einen Besuch bei der ausgewählten Blindenführhundschule nicht verzichten.

Sollten Ihnen weitere noch nicht genannte Führhundschulen aus den oben aufgeführten Bundesländern bekannt sein, würden wir uns freuen, wenn Sie uns dies telefonisch unter der Rufnummer:   0371-700 96 73 bekannt geben, damit wir unsere Broschüre und auch die Homepage des "Weißen Stock e. V." vervollständigen können.

Falls Sie noch weitere Fragen zum Thema Blindenführhund haben, stehen wir Ihnen gern unter der o. g. Rufnummer zur Verfügung.

Land Sachsen

Blindenführhundschule Sandra Melchers

Anschrift:

Blindenführhundschule Sandra Melchers
Dorfstraße 6
01561 Schönfeld/OT Kraußnitz

Tel.: 03 57 55/5 17 62

Unsere Schule ist eine kleine familiär geführte Blindenführhundschule, die in der sächsischen Gemeinde Schönfeld, etwa 30 km nördlich von Dresden, ansässig ist. Wir, mein Mann und ich möchten Ihnen die Möglichkeit geben, uns kennenzulernen und einen Einblick in unsere Arbeit und Einstellungen zu dieser Aufgabe zu gewinnen. Bei Interesse oder etwaigen Fragen stehen wir Ihnen gerne unverbindlich zur Verfügung.

Seit meinem 10. Lebensjahr arbeite ich mit Hunden, zunächst im Sportbereich, ab 1995 mit Blindenführhunden. Da die Tätigkeit des Blindenführhundtrainers leider kein anerkannter Ausbildungsberuf ist, übte ich diese zunächst nebenberuflich aus. Drei verschiedene Führhundschulen gewährten mir Einblick in ihre Arbeit; in einer Schule arbeitete ich auch kurzzeitig mit. Die mir wohl wertvollsten Erfahrungen sammelte ich aber beim Training unter der Dunkelbrille, das mir Gelegenheit gab, mich in die Situation von Mensch und Hund hineinzuversetzen.

Der Blindenführhund

Der Blindenführhund ist ein Lebewesen, welches viel Zuwendung und Zeit braucht. Er benötigt täglich genügend Bewegung und Pflege. Er ist eine Anschaffung "fürs Leben", wenn man bedenkt, dass Hunde durchschnittlich 10 bis 13 Jahre alt werden. Wer gerne und von Herzen bereit ist, diese Grundvoraussetzungen zu erfüllen, der wird einen wunderbaren Kameraden bekommen, der ihm ein großes Stück mehr an Mobilität und Freiheit schenkt.

Der Führhund führt sicher und möglichst zügig um Hindernisse herum und steuert zielstrebig sog. Nahziele, wie z.B. Eingänge, Treppen, Briefkästen, Haltestellenhäuschen, Fußgängerüberwege, Schalter und Kassen usw. an. Er ist ein Begleiter beim Einkaufen und beim Arbeiten gehen, um Freunde zu besuchen, auf Reisen oder einfach nur zum Wandern. Außenstehenden ist der Führhund oft auch ein Anknüpfpunkt zur Kontaktaufnahme mit seiner Halterin/seinem Halter, sei es aus Neugier oder aber, weil es ihnen leichter fällt, über den Hund ein Gespräch zu beginnen. Für manche Halterin/manchen Halter öffnet der Blindenführhund die Tür zu einer anderen, reichhaltigeren Welt.

Die Ausbildung

Grundlage für die Ausbildung guter Führhunde ist die Auswahl geeigneter Tiere. Diese Aufgabe ist keineswegs einfach, denn die Hunde werden an hohen Ansprüchen gemessen. Sie müssen charakterfest sein und brauchen ein ruhiges und sicheres Wesen, gutes Sozialverhalten sowie starke Nerven. Dass die Tiere rundum gesund sind, versteht sich von selbst. Die Rasse des Hundes spielt bei der Auswahl eine eher untergeordnete Rolle. Als "gängige Führhundrassen" haben sich Deutsche Schäferhunde, Labrador Retriever und Golden Retriever bewährt, jedoch sind auch andere Rassen, wie z.B. Großpudel, Airdale Terrier, Collie oder auch Mischlinge zu hervorragenden Leistungen fähig. Nur wenige Hunde können jedoch dem Anforderungsprofil standhalten.

So werden die künftigen "Lehrlinge" erst nach einer Probezeit von 4 bis 8 Wochen durch uns angekauft. In der ca. 9monatigen Ausbildung wird der Hund langsam an seine spätere Aufgabe herangeführt. Er lernt zum einen, ein guter Familienhund zu werden, d. h. stubenrein zu sein, sich gesittet in einer Wohnung, beim Freilauf oder auch im Restaurant zu benehmen, sowie Gehorsam zu zeigen ( z.B. Sitz, Platz, Hier ). Durch unsere relativ kleine Führhundschule können wir dies leicht gewährleisten, da es uns möglich ist, die Hunde mit ins Familienleben einzubeziehen.

Der andere Teil der Ausbildung umfasst die Arbeit im Führgeschirr. Hier ist es gerade zu Beginn wichtig, den Hund nicht zu überfordern, denn schließlich wollen wir nicht nur einen zuverlässigen, sondern auch einen freudig arbeitenden Hund. Begonnen wird mit dem Geradeausführen, später werden das Anzeigen von Bordsteinkanten und Einmündungen, Richtungsänderungen, das Anzeigen oder Umgehen von Boden-, Seiten- und Höhenhindernissen, das Aufsuchen von Fußgängerüberwegen, Ampelanlagen, Ein- und Ausgängen, Treppen, Sitzgelegenheiten usw. eingeübt. Das Training findet an vielen verschiedenen Örtlichkeiten statt, damit der Führhund später aus seinen vielfältigen Erfahrungen heraus, selbst an ihm fremden Orten, die verschiedenen Straßenbilder wiedererkennt.

Gegen Ende der Ausbildung teste ich die Leistung des Führhundes unter der Dunkelbrille, denn nur wenn ich selbst dem Hund "blind" vertraue, kann ich ihn guten Gewissens einem anderen Menschen anvertrauen.

Die Einarbeitung

Die Einarbeitungszeit beträgt ca. 2 bis 3 Wochen, wird also individuell dem neuen Gespann angepasst. Sie umfasst nicht nur die Führarbeit, sondern auch das Vermitteln des allgemeinen Wissens über den neuen Gefährten, wie z.B. Gehorsamsübungen, Pflege, Fütterung, Freilauf sowie sonstige Bedürfnisse des Hundes.

Der erste Teil der Einarbeitung findet am Ort der Führhundschule statt. Vom ersten Tag an gehört der Hund zu seinem neuen Menschen. Beide werden gemeinsam in einer Pension ganz in der Nähe untergebracht. Erwähnenswert ist, dass die uns umgebende reizvolle Landschaft zu ausgedehnten Spaziergängen durch Wald und Wiesen einlädt. Der tägliche Tagesablauf beginnt mit der morgendlichen "Gassirunde" nach dem Frühstück und endet mit der "Gassirunde" vor dem Schlafengehen. Zweimal täglich widmen wir uns der Führarbeit. Hier ist es von Vorteil, dass die/der Blinde sich hier nicht auskennt und lernen muss, sich ihrem/seinem Hund anzuvertrauen. Die tägliche Mittagspause sollte die/der Blinde dazu nutzen, sich besonders intensiv um den neuen Begleiter zu kümmern, da ein gegenseitiges Freundschafts- und Vertrauensverhältnis zwischen Führhund und Halter/in die Grundlage für ein gutes Führgespann darstellt.

Der zweite Teil der Einarbeitung findet am Ort der Führhundhalterin/des Führhundhalters statt. Hier wird ganz speziell der künftige Tagesablauf des Gespanns eingeübt. Je nach Bedarf werden auch Strecken neu ausgearbeitet, die für Hund und Mensch möglichst unproblematisch sind. Ein Besuch in häufig aufgesuchten Geschäften soll bewirken, dass die/der Blinde künftig diese Örtlichkeiten auch mit Hund aufsuchen kann, da diesbezüglich häufig noch Akzeptanzprobleme bestehen.

Die Nachbetreuung

Die Nachbetreuung richtet sich ganz nach den Bedürfnissen des jeweiligen Gespanns. Die Erfahrung zeigt, dass sich kleinere Probleme in der Regel erst dann ergeben, wenn das Gespann auf sich selbst gestellt ist. In einem solchen Falle bieten wir eine dementsprechende Nachschulung an. Aber auch sonst stehen wir immer zur Verfügung, um auftretende Probleme, die nicht nur zwischen Mensch und Hund entstehen können, aufzuarbeiten. Sollte einmal eine "Fremdunterbringung" des Hundes wegen eines Urlaubs oder eines Krankenhausaufenthalts erforderlich werden, sind wir gerne bereit, unseren ehemaligen "Schüler" für diese Zeit wieder aufzunehmen. Er wird sich schnell auf sein ehemaliges Zuhause einstellen und sich dort Wohlfühlen.

Blindenführhundschule "Mobil"

Anschrift:

    Blindenführhundschule Mobil
    Mayk Preiß
    Höchstädter Straße 3
    08141 Reinsdorf

Tel.: 0375-6901939
Fax.: 0375-67929015
Mobil.: 0177-7051228
Homepage: www.blindenfuehrhundschule-mobil.de

Hundeschule Böthig

Anschrift:
    Horst Böthig
    Heideweg 13
    08340 Schwarzenberg

Tel./Fax: 03774-23433
Mobil: 0172-7023595
Homepage: www.hundeschule-boethig.de

Land Thüringen

Blindenführhundschule Gunter Boldhaus

Anschrift:

Blindenführhundschule Gunter Boldhaus
Am Grabfeld 18
99310 Arnstadt

Telefon: 0 36 28 60 42 52
Fax: 0 36 28 60 56 02
E-mail: Gunter.Boldhaus@t-online.de

Nachfolgend lesen Sie noch einige wichtige Hinweise zur Blindenführhundversorgung allgemein sowie Informationen zur Arbeit in und Zusammenarbeit mit unserer Blindenführhundschule:

Fachliche Qualifikation

Der Blindenführhundtrainer Herr Boldhaus ist seit 1979 als Blindenführhundtrainer tätig. Die umfassende theoretische und praktische Ausbildung zum Blindenführhundtrainer konnte er bei Herrn Wilhelm Hoheisel, dem damals einzigen Blindenführhundtrainer absolvieren, der zu diesem Zeitpunkt die traditionelle deutsche Ausbildungsmethodik praktizierte, deren wissenschaftliche Grundlagen durch Emanuel Georg Sarris und Jakob von Oxküll gelegt wurden - die Arbeit mit dem sogenannten "ÜxküllAusbildungswagen" oder "Phantom", der, fachkundig eingesetzt, ein für uns unverzichtbares Hilfsmittel für das Erlernen des selbständigen Arbeitens der Hunde ist.

Herrn Boldhaus Ausbildung zum Blindenführhundtrainer beinhaltete weiterhin den Besuch von Lehrveranstaltungen an der Humboldt Universität Berlin zum Studium der verschiedenen Augenkrankheiten und deren psychische und physische Auswirkungen auf den/die Betroffene(n) sowie eine Ausbildung zum Orientierungs- und Mobilitätstrainer für Blinde und Sehbehinderte.

Herr Boldhaus war 10 Jahre als Leiter der größten Blindenführhundschule der DDR in Erfurt tätig und leitete den Arbeitskreis "Blindenführhunde" beim Blinden- und Sehschwachenverband der DDR. Von 1989 bis 1992 baute Herr Boldhaus die Abteilung für Blindenführhundausbildung einer Hundeschule in Bayern auf.

Seit 1992 betreibt Herr Boldhaus die Blindenführhundschule in Arnstadt. Die in unserer Blindenführhundschule tätigen Blindenführhundtrainer/-innen und Tierpfleger werden von Herrn Boldhaus persönlich ausgebildet. Die Ausbildungszeit beträgt drei Jahre. Die zukünftigen Blindenführhundtrainer/-innen müssen Fach- und Sachverstand sowie Einfühlungsvermögen im Bereich der Blindenführhundausbildung und im Umgang mit Menschen entwickeln. Neben Herrn Boldhaus arbeiten noch weitere drei Trainer sowie ein Tierpfleger und eine Sekretärin in unserer Blindenführhundschule.

Die Blindenführhundschule Gunter Boldhaus ist als Leistungserbringer der Krankenkassen registriert. Wir sind in unserer Blindenführhundschule um gleichbleibende Qualität bemüht und versuchen durch vielfältige Maßnahmen, wie den Aufbau einer leistungsfähigen Zucht oder den Austausch von Erfahrungen mit anderen Blindenführhundschulen auf der Welt unsere Arbeit ständig zu verbessern. Unsere Blindenführhundschule ist im Juni 1995 als erste deutsche Blindenführhundschule als assoziiertes Mitglied in die "International Federation of Guide Dog Schools for the Blind" aufgenommen worden. Seit 1999 ist die Blindenführhundschule Vollmitglied im Weltverband, was wir als Anerkennung unserer Arbeit betrachten, denn die Aufnahmekriterien in den Verband sind sehr hart und ihre Einhaltung wird regelmäßig durch einen Assessor kontrolliert.

Mit dem Entschluss einem Blindenführhund Ihre Sicherheit anzuvertrauen, haben Sie eine Entscheidung getroffen, die die nächsten 10 Jahre Ihres Lebens beeinflussen und verändern wird. Die Besonderheit der Mobilitätshilfe "Blindenführhund" ist, dass sie einen lebendigen Partner darstellt, der in allen Lebenssituationen für Sie da sein will. Der Blindenführhund gibt Ihnen Selbständigkeit zurück, macht Sie unabhängiger von Ihrem sehenden Umfeld und entlastet die Familie. Die Verantwortung, die Sie für Ihren Hund übernehmen und die Zuneigung, die er von Ihnen empfängt, sind wichtige Voraussetzungen für die Entwicklung eines guten Führhundgespannes. Sind Sie Erstführhundhalter /-in, sollten Sie im Vorfeld der Blindenführhundversorgung mit Ihrer Familie ausführlich über den neuen Familienzuwachs sprechen. Alle Familienmitglieder müssen mit der Anschaffung des Blindenführhundes einverstanden sein. Besonders Kinder müssen langfristig und zielgerichtet auf dieses Ereignis vorbereitet werden.

Der Weg zum Blindenführhund ist lang und beginnt mit zielgerichteter Zucht und Junghundtraining Die 8 - 10 Wochen alten Welpen haben schon eine Reihe von Wesenstests hinter sich wenn sie in die Patenfamilie gegeben werden. Bis zu einem Alter von 1 bis 1 1/2 Jahren verbleiben sie dort und wachsen in der Geborgenheit der Familien auf. Die Welpen werden zur Stubenreinheit erzogen und auf ihre zukünftige Arbeit vorbereitet: lernen die Grundgehorsamsübungen kennen werden langsam an den Straßenverkehr herangeführt sowie in Verkehrsmittel, Restaurants, Supermärkte, öffentliche Einrichtungen etc. mitgenommen. Wenn die Junghunde in unsere Blindenführhundschule zurückkehren, werden sie in einem Zeitraum von ca. 4 Wochen auf ihre Eignung für die Ausbildung getestet und einem umfassenden Gesundheitscheck mit Röntgen von Hüfte und Ellenbogen unterzogen. Die Ausfallrate der Hunde, die die harten Kriterien für die Ausbildung zum Blindenführhund nicht erfüllen, liegt bei ca. 60 %. Das scheint auf den ersten Blick sehr hoch, liegt jedoch im internationalen Durchschnitt. Wir arbeiten aber weiterhin an der Verbesserung unseres Zuchtprogramms. Die Ausbildung dauert ca. 6 - 8 Monate. Der Hund lernt u. a. das geradlinige Führen auf dem Bürgersteig, das selbständige Umlaufen von Hindernissen aller Art, die Straße geradlinig zu überqueren, das Verweigern des Weiterlaufens bei Gefahr z.B. an Abgründen (Bahnsteigkante) oder bei herannahenden Autos an Kreuzungen oder Ausfahrten sowie das Anzeigen von Ampeln, Zebrastreifen, Briefkästen, Telefonhäuschen, Fahrstühlen, Treppen auf und abwärts, Schaltern in Banken und anderen öffentlichen Einrichtungen, Sitzgelegenheiten, öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen, das Nachfolgen einer bestimmten Person z.B. in Kaufhäusern und Supermärkten. Am Ende der Ausbildung führt der Trainer mit dem Hund mindestens 5 Blindgänge durch.

Ihr Rassewunsch

In unserer Blindenführhundschule werden in erster Linie Labrador Retriever und'Golden Retriever sowie Kreuzungen Labrador x Golden Retriever ausgebildet. Wir bemühen uns aber auch, auf spezielle Rassewünsche der Führhundinteressenten/-innen einzugehen. Wenn Sie mit dem Gedanken spielen, einen Blindenführhund anderer Rasse zu wählen, können wir Ihnen folgende Rassen empfehlen, die in unserer Blindenführhundschule bereits mit Erfolg ausgebildet wurden und zur Zufriedenheit ihrer Führhundhalter arbeiten: Königspudel,

Flat coated Retriever, Wolfsspitz, Riesenschnauzer, Eurasier Dalmatiner, Amerikanisch-Kanadischer Schäferhund, Deutscher Schäferhund, Berner Sehnenhund und Bonvier des Flandres.

Wir bemühen uns bei der Auswahl des Blindenführhundes für den betreffenden Führhundinteressenten/-in, Rassewunsch und Farbe des Tieres zu berücksichtigen. Die Entscheidung und Verantwortung für die Auswahl des jeweiligen Blindenführhundes und damit Ihre Sicherheit muss allerdings beim Leiter der Blindenführhundschule, Herrn Boldhaus, liegen. Er wird Ihnen im persönlichen Gespräch gerne seine Entscheidung begründen. Kriterien für die Auswahl sind u. a. Charakter und Temperament des Führhundinteressenten, dessen Schrittfrequenz, sein Laufstil, Größe, Familie oder alleinstehend lebend, Wesen und Größe des Hundes, sein Laufstil etc.. ob ein Führhundgespann wirklich zusammenpasst, denn auch gegenseitige Sympathie muss vorhanden sein, entscheidet sich allerdings erfahrungsgemäß in den ersten Tagen des Einarbeitungslehrganges.

Sicherheit ist Vertrauenssache

Im Vorfeld einer jeden Blindenführhundversorgung ist ein persönliches Kennenlernen von Führhundinteressent/-in und Blindenführhundtrainer von großer Wichtigkeit. Wir führen entweder einen Hausbesuch beim Führhundinteressenten/-in durch oder es besteht für Sie jederzeit die Möglichkeit, unsere Blindenführhundschule zu besuchen und sich ein Bild von unseren Hunden und unserer Arbeit zu machen. Der Hausbesuch zielt darauf ab, das spätere Umfeld des Blindenführhundes kennenzulernen, persönlichen Kontakt zwischen Trainer und zukünftigem Führhundhalter herzustellen und soll Ihnen und Ihrer Familie Gelegenheit geben, erste wichtige Details der Blindenführhundversorgung sowie Fragen der Haltung und des Umgangs mit Ihrem zukünftigem Begleiter gemeinsam mit dem Trainer zu besprechen.

Der Aufbau und die Entwicklung eines gegenseitigen Vertrauensverhältnisses zwischen Ihnen und uns als Blindenführhundschule ist von großer Bedeutung für eine erfolgreiche Versorgung. Das Zusammenwachsen eines Führhundgespannes braucht Zeit und Geduld. Bei jeglichen Fragen und Problemen, besonders während dieses Prozesses, möchten wir für Sie erster Ansprechpartner sein, denn der Trainer kennt den Hund und die Arbeit des Führhundgespannes am besten und wird zusammen mit Ihnen die Fragen bzw. Probleme besprechen und Antworten geben bzw. nach Lösungen suchen.

Alle zwei Jahre führt unsere Blindenführhundschule ein Führhundhaltertreffen durch. Das Treffen soll den Teilnehmern Gelegenheit geben, Erfahrungen auszutauschen, Kontakte zu knüpfen sowie mit den Blindenführhundtrainern/-innen über die Entwicklung des Führhundgespannes zu sprechen. Zu den festen Bestandteilen des Treffens gehören u. a. eine Diskussionsrunde mit der Tierärztin, die unsere in Ausbildung befindlichen Blindenführhunde betreut und eine gemeinsame Wanderung. Auch mehrfach geschädigte Personen können einen Blindenführhund aus unserer Blindenführhundschule erhalten. Herr Boldhaus hat die Befähigung und Erfahrung auf diesem Gebiet. Ein baldiges persönliches Kennenlernen ist hier von großer Wichtigkeit, denn die Wartezeit auf den Blindenführhund kann sich durch Auswahl und spezielles Training des Hundes verlängern.

Die "Wartezeit" bis zur Blindenführhundversorgung

In unserer Blindenführhundschule werden jährlich ca. 25 Blindenführhunde ausgebildet. Wir bemühen uns, die Wartezeit auf einen Blindenführhund für Sie so kurz wie möglich zu halten. Uns ist bekannt und verständlich, dass Sie nach der Entscheidung für den Blindenführhund auch baldmöglichst versorgt werden möchten. Aufgrund der großen Nachfrage müssen Sie allerdings derzeit mit einer Wartezeit von 1/2 bis zu einem Jahr rechnen. Dieses Limit wollen wir nicht überschreiten. In unserer Blindenführhundschule wird keine Warteliste geführt. Die fertig ausgebildeten Blindenführhunde werden nach den oben aufgeführten Kriterien zugeteilt. Die Entscheidung, für welchen Führhundinteressenten der betreffende Hund am besten geeignet ist, fällt in der Regel spätestens zum Ende des zweiten Ausbildungsdrittels. Krankheiten oder ungünstige Witterungsverhältnisse über einen langen Zeitraum, wie lange und harte Winter mit viel Schneefall sowie heiße Sommer, die besonders das Training der Hunde behindern, die am Anfang der Ausbildung stehen, können zur Verlängerung der Wartezeit führen. Wir arbeiten mit lebender Materie. Ein im Training zum Blindenführhund befindlicher Hund darf nicht unter Leistungsdruck gesetzt werden, dies hätte erhebliche negative Folgen, die spätestens beim Führhundhalter ausbrechen würden.

Wir bitten deshalb um Verständnis! Herr Boldhaus informiert Sie, sobald ein zu Ihnen und Ihrem sozialen Umfeld passender, in der Endphase der Ausbildung befindlicher Blindenführhund für Sie zur Verfügung steht.

Der Einarbeitungslehrgang

Rechtzeitig vor Beginn des Einarbeitungslehrganges wird Ihnen eine Hörkassette zugesandt. Sie enthält die 34 Hörlaute, die die in unserer Blindenführhundschule trainierten Blindenführhunde beherrschen, Erläuterungen zur Hörlautgebung sowie Hinweise für Sie und Ihre Familie zum Verhalten dem Blindenführhund und dem sehenden Umfeld gegenüber.

In der Regel wird der erste Teil des Einarbeitungslehrganges (ca. 5 - 7 Tage) in Arnstadt durchgeführt. So können Sie sich einige Tage voll auf Ihren neuen Begleiter konzentrieren und sich gegenseitig kennen lernen. Der Hund wird vom ersten Tag an mit Ihnen zusammensein. Sie sind in einem Hotel untergebracht, das auf die Unterbringung und Versorgung blinder und sehbehinderter Menschen vorbereitet ist und in dem die nötigen Auslaufmöglichkeiten für den Hund vorhanden sind. Der Trainer wird sich von dem Hund völlig zurückziehen, um die Gewöhnung des Hundes an Sie zu erleichtern. Sie werden unter Anleitung des Blindenführhundtrainers/-in mit Ihrem Blindenführhund Gehorsamsübungen, Auslauf und erste Wege in der Stadt trainieren, werden lernen Ihren Hund zu füttern und zu pflegen.

Der zweite Teil des Einarbeitungslehrganges (ca. 5 - 7 Tage) findet an Ihrem Heimatort statt. Dort wird der Hund mit Ihren häuslichen Gegebenheiten, Ihrem Tagesrhythmus, dem Familienleben u. ä. bekannt gemacht. Es werden die für Sie wichtigen Wege in Verbindung mit dem Training der verschiedenen zur Verfügung stehenden Verkehrsmittel trainiert. Schon während des Einarbeitungslehrganges ist es von großer Wichtigkeit, dass Sie sich bei Problemen und Fragen vertrauensvoll an Ihren Trainer wenden. Wenn Sie zwischenzeitlich Fragen bezüglich Ihrer Blindenführhundversorgung bewegen, stehen wir Ihnen gern telefonisch zur Verfügung.

Unser Büro ist zu erreichen


Mo – Do: 8:30 Uhr – 13:00 Uhr
Fr.: 13:00 Uhr – 16:00 Uhr

Blindenführhundschule Eleonore Hahn

Anschrift:

Blindenführhundschule Eleonore Hahn
Bindeslebener Landstraße 205
99092 Erfurt / Thüringen

Telefon, Fax: 03 61 / 2 25 28 48
E-Mail: Blindenfuehrhundschule-Hahn@t-online.de
Homepage: www.Blindenführhundschule-Hahn.de

Wir sind eine private Blindenführhundeschule in Thüringen. Mit meinem Mann Lutz Hahn betreibe ich seit 1993 dieses Familienunternehmen. Er ist seit 30 Jahren als Trainer für Blindenführhunde tätig und kann somit auf umfangreiche Erfahrungen in der Ausbildung sowie im Umgang mit Blinden zurückgreifen. Dieses Wissen wird durch Weiterbildung ständig erweitert.

Bis zu unserer Selbständigkeit bildete er 24 Jahre in einer großen führenden Führhundeschule alle geeigneten Rassen für das In- und Ausland aus. Er ist dadurch befähigt, nach spezifischen Methoden hochgradig sehgeschädigte und blinde Menschen mit einem Blindenführhund mobil zu machen und sie somit weitestgehend an das "normale" Leben heranzuführen.

Unsere Hunde kaufen wir vorwiegend als Welpen im Alter von 10 Wochen. Danach kommen sie in Patenfamilien, wo sie bis zu einem Alter von ca. einem Jahr verbleiben. Im Anschluss werden sie veterinärmedizinisch untersucht und ihr Wesen getestet. Bei Eignung werden die Hunde dann in die Ausbildung übernommen.

Natürlich kaufen wir auch Hunde im Alter von 12 bis 20 Monaten aus anderen Familien auf. Voraussetzung ist stets, dass die Hunde in einer Wohnung gehalten wurden. Denn so werden sie von klein auf an soziales Verhalten und Sauberkeit gewöhnt. Während der mindestens sechsmonatigen Ausbildung leben die Hunde mit in unserem Haus, werden in unser Familienleben integriert und an den Umgang mit Haustieren gewöhnt. Für genügend Freizeit und Auslauf ist in dem eigens hierfür hergerichteten Garten gesorgt. Zwingeranlagen oder Ähnliches gibt es bei uns aus Prinzip nicht.

Die Ausbildung zum Führhund

Unsere Schule bildet überwiegend die Rasse Labrador Retriever aus. Es sind sehr gutmütige, lernfreudige, geduldsame und ruhige Tiere. Auf Wunsch des zu Versorgenden werden auch andere Hunderassen, sofern sie sich dafür eignen, von uns ausgebildet. Der gesamte Schulungsmodus zielt darauf ab, dem Hund durch systematisches Training beizubringen, die verschiedensten Hindernisse zu beachten und entsprechend bei der Führung zu reagieren. Er muss von Anfang an den öffentlichen Verkehrsraum als Trainingsstätte benutzen, denn nur dadurch wird er nach Abschluss seiner Ausbildung die Anforderungen, die der moderne Straßenverkehr an ihn als Führhund stellt, erfüllen können.

Das Training ist in mehrere Etappen gegliedert. Hierbei ist es wohl die schwierigste Aufgabe, dem Hund die Orientierung zur Führung eines Begleiters im dreidimensionalen Raum beizubringen. Denn diese Raumbeherrschung geht wesentlich über die eigenen Bedürfnisse des Vierbeiners hinaus, da er ja Höhe und Breite beider Partner abschätzen lernen muss, um erforderlichenfalls Gefahrenquellen zu umgehen.

Deshalb beginnen wir in der ersten Ausbildungsphase mit einem besonderen Hilfsmittel. Hierzu wurde speziell ein "Trainingswagen" entwickelt, der Höhe und Breite der beiden nebeneinander hergehenden Partner simuliert. Mit dem Einsatz dieses Wagens nimmt der Hund diese Maße in sein Verhalten auf und wird somit später, z. B. bei am Weg tief herabhängenden Zweigen oder Werbeanlagen, die zwar für ihn kein Hindernis darstellen, aber um so mehr für seinen Begleiter, ausweichen oder sie als Gefahrenquelle anzeigen.

Nach der 4 bis 6-wöchigen Zeit im "Ausbildungswagen" kommt der Hund in das sogenannte Handgeschirr. Er muss jetzt lernen, den Menschen neben sich zu führen und bei Hindernissen entsprechend zu reagieren. Das Training der Hunde wird dann auf das Suchen und Finden von Ein- und Ausgängen, Treppen und deren Geländer, freien Sitzplätzen, Schaltern und Verkaufstheken, Briefkästen, Telefonzellen, Fahrstühlen, Ampeln, Zebrastreifen usw. gerichtet. Erweitert wird dieses Trainingsprogramm durch das Erlernen des korrekten Ein- und Aussteigens in Zug, Straßenbahn, Bus und Pkws.

Hierzu wird dem Führhund das Gehorchen auf rund 30 Kommandos, man spricht dabei von Hörlauten, beigebracht. Gegen Ende des Trainings findet ein "Blindgang" des Trainers oder einer anderen geeigneten Person statt. Der bzw. die Betreffende geht blind, also mit verbundenen Augen, um das selbständige und richtige Verhalten und Führen des Hundes zu erproben. Der Hund muss hierbei so arbeiten, wie er es künftig mit dem sehgeschädigten Partner zu erledigen hat.

Die Einweisung des Führgespanns

Nach erfolgreicher Absolvierung des "Blindganges" kann die 14 bis 28-tägige Einweisung des hochgradig Sehgeschädigten oder Blinden in den Umgang mit seinem neuen Begleiter erfolgen. Die Dauer ist u. a. abhängig von der Mobilität des künftigen Führhundehalters und seines Einfühlungsvermögens für dieses einzigartige, weil lebendige, Hilfsmittel.

Die Einarbeitung beginnt am Ort unserer Schule bei voller Verpflegung sowie Beherbergung im Hotel. Zunächst sollen sich der Sehgeschädigte und der Hund aneinander gewöhnen und Vertrauen zueinander fassen. Der Führhund muss dabei lernen, sein neues Herrchen zu akzeptieren, um später mit ihn als Team, also als Führgespann, zu arbeiten. Hierzu werden gleichzeitig mit der Erlernung der Hörlaute durch den Sehgeschädigten praktische Übungen durchgeführt, wie z. B. Testläufe im Straßenverkehr, das Anzeigenlassen von Türen, Briefkästen, Telefonzellen, das Bewegen in Geschäften, das Ein- und Aussteigen in Verkehrsmittel.

Die zweite Etappe der Einweisung erfolgt am Wohnort des Halters. Es werden die für ihn wichtigsten Wege und Strecken abgegangen, wie z. B. Besorgungen, der Weg zur Arbeit und zu Behörden. Hier bietet sich dann auch die Möglichkeit, dass sich andere Personen, die nun öfter mit dem Führgespann konfrontiert werden, über richtige Verhaltensweisen beim Ausbilder erkundigen können. Denn nicht nur das Zusammenspiel von Halter und Hund sind für gute Führleistungen entscheidend, sondern auch der korrekte und verständnisvolle Umgang Dritter ist dabei ausschlaggebend.

Ergänzt wird die praktische Ausbildung mit der Wissensvermittlung über artgerechte Haltung, Pflege, Fütterung und Hundekrankheiten. Mit der anschließenden Übergabe des Hundes ist das Fährgespann jedoch noch nicht allseitig perfekt. Beide müssen weiter mit Geduld zusammenwachsen. Das bis dahin in unserer Schule Erlernte kann natürlich durch weiteres Training individuell ausgebaut werden. Wichtig bleibt jedoch, dass der Halter ständig von seinem vierbeinigen Hilfsmittel die erworbenen Fähigkeiten abfordert, um ein Nachlassen der Führleistungen zu vermeiden.

Blindenführhundschule Heinz Wimmer

Anschrift:

    Blindenführhundschule Heinz Wimmer
    Ohrdruferstrasse 11 Ortsteil Bittstädt
    99310 Wachsenburggemeinde

Tel./Fax: 03628/76020

Die Blindenführhundschule Heinz Wimmer besteht seit 1992. Vorrangig werden bei uns Golden/Labrador Retriever und Deutscher Schäferhund zum Führhund ausgebildet. Aber auch andere Rassen bilden wir nach Wunsch aus. Das Training erfolgt nach den Qualitätskriterien, die für die Ausbildung von Führhunden festgeschrieben wurden. Der Blindenführhund kann generell in der Wohnung gehalten werden, da er dahingehend sehr gut erzogen wird. Die Ausbildung des Führhundes beinhaltet 20 sog. Grundhörzeichen, die selbstverständlich bei Bedarf des Halters individuell angepasst werden können.

Die Einarbeitung des Führgespanns

Die Einarbeitung des zukünftigen Führgespanns erfolgt ebenfalls nach den festgeschriebenen Qualitätskriterien. Der Erste Teil der Einarbeitung findet am Ort unserer Führhundschule statt und nimmt je nach Bedarf des neuen Gespanns 1 bis 3 Wochen in Anspruch. Der zweite Teil der Einarbeitung findet am Wohnort des zukünftigen Halters statt und dauert auch je nach Bedarf 1 bis 3 Wochen. Es ist auch möglich, dass das Training ausschließlich am Wohnort des Führhundhalters durchgeführt wird. Während der ersten Fase der Einarbeitung wird das "Gespann" in einem Hotel untergebracht. Führ den zukünftigen Führhundhalter entstehen dabei keine Kosten. Vom ersten Tag an bleibt der Hund bei seinem Halter, damit sich beide an einander besser gewöhnen und der Hund seinen neuen Besitzer schneller als "Rudelführer" akzeptiert.

Ich hoffe, dass ich Ihnen einen kleinen Einblick geben konnte. Sollten sich weitere Fragen ergeben, stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.