Der Blindenführhund

Der Blindenführhund ist ein besonderes – weil lebendes – Hilfsmittel. Diese Besonderheit stellt an künftige Führhundhalter(Innen) recht hohe Ansprüche. Im Wesentlichen sollen Blindenführhunde bei der Bewältigung des Alltags, speziell bei der eigenständigen Mobilität unterstützen und somit helfen, die vorliegende Behinderung auszugleichen. Er ist also nicht als Ersatz bei fehlender Mobilität, sondern vielmehr als zusätzliches Hilfsmittel zu verstehen. Zu Recht ist daher eine zu erfüllende Voraussetzung, dass der künftige Halter/die Halterin eine Schulung in Orientierung und Mobilität absolviert hat.

Die Auswahl eines geeigneten Hundes spielt eine große Rolle. Hierbei sind nicht nur Rasse und Geschlecht entscheidend, vielmehr sollten auch Charakter und Wesen des Hundes zu den Voraussetzungen und Bedürfnissen des Halters passen.

Die Ausbildungszeit eines Blindenführhundes beträgt ca. 10 Monate; während dieser Zeit erlernt der Hund ca. 30 bis 40 Hörzeichen. Anschließend folgt die Einarbeitungs-zeit über einen Zeitraum von drei Wochen, in welcher Hund und Halter(In) gemeinsam lernen, als Gespann harmonisch und sicher die Anforderungen alltäglicher Wege zu bewältigen. Abschließend findet im Auftrag der zuständigen Krankenkasse eine Gespannprüfung statt, deren Bestehen Voraussetzung für die Übergabe des Hilfsmittels Blindenführhund an den künftigen Halter/die Halterin ist.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Blindenführhund sollen hier kurz und knapp beantwortet werden:

Welche Rassen sind als Blindenführhund geeignet?

Überwiegend werden die Rassen Deutscher Schäferhund, Labrador Retriever und Golden Retriever ausgebildet; aber auch Großpudel oder Riesenschnauzer eignen sich unter bestimmten Voraussetzungen für die Ausbildung.

Nach welchen Kriterien werden die Hunde ausgewählt?

Die Hunde sollten mindestens 10 Monate und nicht älter als zwei Jahre alt sein und eine Widerristhöhe von nicht weniger als 50 cm und nicht mehr als 68 cm haben. Ein bestandener Wesenstest und sehr gute Gesundheit sind Grundvoraussetzungen für die Ausbildung der Hunde. Ausgeprägte Triebanlagen wie Jagd-, Schutz- oder Beutetrieb dürfen nicht vorhanden sein.

Was kann ein Blindenführhund?

Ein Blindenführhund soll die Mobilität des Betroffenen erleichtern und ihm im Alltag mehr Sicherheit geben. Er kann Orientierungspunkte wie Ampeln, Postschalter, Haltestellen oder Türen anzeigen aber auch freie Sitzgelegenheiten im Bus oder in einem Restaurant finden, wenn er den Befehl dazu bekommt. Er weicht Hindernissen selbstständig aus und sucht neue Wege, wenn der vorgeschriebene Weg z.B. durch eine Baustelle versperrt ist. Aber auch das Verweigern von Abgründen oder Höhenhindernissen ist die Aufgabe des Blindenführhundes. Während seiner Ausbildung erlernt der Blindenführhund ca. 30 bis 40 Hörzeichen.

Wer bezahlt den Blindenführhund?

Die Kosten für einen Blindenführhund übernehmen im Allgemeinen die gesetzlichen Krankenkassen, wenn der Antragsteller bzw. die Antragstellerin die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt. Hierzu gehören unter anderem der Nachweis der Blindheit, eine durchgeführte Orientierungs- und Mobilitätsschulung sowie die Eignung als Führhundhalter.

Welche Voraussetzungen sollte ein Führhundhalter mitbringen?

Grundsätzlich sollte der künftige Führhundhalter eine psychische und physische Eignung besitzen und sich auch darüber bewusst sein, dass über viele Jahre Pflichten und Verantwortung für den Hund auf ihn zu kommen. Der Führhund benötigt in seiner Freizeit ausreichend Freilauf und wie jedes Tier entsprechende Pflege und Betreuung im Krankheitsfall. Auch eine eigenständige Mobilität sowie geeignete Wohnverhältnisse sollten selbstverständlich sein. Während der Einarbeitungszeit des Gespannes muss auch der Führhundanwärter bereit sein, vieles dazu zu lernen, um letztlich gemeinsam mit seinem Führhund ein harmonisches und vor allem sicheres Gespann über viele Jahre zu werden.